Hybrid-DRG-Rechner Urologie

Hybrid-DRG im Krankenhaus

Was der Wechsel von der aG-DRG in die Hybrid-DRG kostet und spart, und was eine Klinik organisieren muss, damit er sich trägt.

Erlös je Fall: aG-DRG gegen Hybrid-DRG

aG-DRG 2026Bewertungs-relationNormalliegerEin BelegungstagHybrid-DRG 2026Differenz zum Ein-Tages-Fall
L20B (komplexe URS, TUR-B mit Fluoreszenz)0,8743.994,74 €3.012,05 €L20M 2.615,37 €−397 € (−13 %)
L20C (TUR-B, einfache URS)0,6993.194,88 €2.253,33 €L20N 1.777,25 €−476 € (−21 %)
M04D (Hoden)0,7133.258,87 €2.509,28 €M04M 1.418,84 €−1.090 € (−43 %)
M05Z (Penis, Zirkumzision)0,6733.076,04 €2.079,64 €M05M 1.075,09 €−1.005 € (−48 %)
L17B (Urethra)0,6142.806,37 €2.285,32 €L17M 1.780,41 € / L17N 1.258,81 €−505 € / −1.027 €
L06C (kleine Eingriffe Harnorgane)0,6462.952,63 €1.956,23 €L06M 2.353,00 €+397 € (+20 %)

Bundesbasisfallwert 2026: 4.570,64 Euro, Bayern 4.562,26 Euro. Ein-Tages-Fall = Bewertungsrelation minus Abschlag für den ersten Tag mit Abschlag (L20B 0,215, L20C 0,206, M04D 0,164, M05Z 0,218, L17B 0,114, L06C 0,218). Ohne Pflegeerlös: Er läuft weiter über das Pflegebudget und bleibt bei Hybrid-Fällen unberührt. Ohne Zusatzentgelte: Fälle mit Zusatzentgelten gruppieren nicht in die Hybrid-DRG.

Seit 2026 gruppieren Fälle dieser Basis-DRGs mit bis zu zwei Verweildauertagen automatisch in die Hybrid-DRG, sofern kein Kontextfaktor vorliegt. Die Klinik kann den Erlösverlust also nicht umgehen; sie kann nur entscheiden, wie sie den Fall produziert.

Was die Klinik gewinnt

Was sie organisieren muss

  1. Kurzlieger identifizieren: Welche Fälle gruppieren 2026 in eine Hybrid-DRG? Grouper-Simulation auf den Vorjahresfällen durch das Medizincontrolling.
  2. Ambulante OP-Straße mit eigenem Tagesprogramm: Aufklärung und Prämedikation vor dem OP-Tag, Aufnahme am Morgen, Entlassung am OP-Tag mit Entlassmanagement und Rückrufnummer.
  3. Sachkosten je Eingriff kennen und steuern: Standard-Sets, wiederaufbereitbare Instrumente, Verbrauch dokumentieren. Bei der flexiblen URS entscheidet das Einmal-Ureteroskop (Einkauf typisch 280 bis 680 Euro) über den Deckungsbeitrag.
  4. Auslastung: Ein OP-Tag kostet eine Klinik typischerweise mehrere tausend Euro Personal. Mit sechs Hybrid-Fällen am Tag trägt sich die Einheit, mit drei nicht. Die Hybrid-DRG ist ein Struktur- und Führungsmodell, kein Abrechnungsmodell.
  5. Innenverhältnis: Anästhesie, Pathologie, Labor und kooperierende Praxen werden aus der Pauschale bezahlt. Verträge vor dem ersten Fall.
  6. Weiterbildung: URS und TUR-B sind Lehr-Eingriffe. Die ambulante Einheit muss Teil der Rotation bleiben, auch wenn die OP-Zeit mit Assistenten länger ist.
  7. Ab 2027 getrennt kalkulieren: Fälle ohne Übernachtung (EBM) und mit Übernachtung (Hybrid-DRG) werden unterschiedlich vergütet.

Wo die Kliniken stehen

Laut DKG-Zahlen, zitiert von Dr. Eggersmann (DGU-Vorstand) im März 2026, ist die Hybrid-DRG für 70 Prozent der Kliniken nicht kostendeckend; 94 von 100 Krankenhäusern erbringen ihre Hybrid-Fälle weiterhin stationär, weil kaum ambulante OP-Einheiten aufgebaut wurden. In der Kostenträgerrechnung des Klinikverbunds Südwest (Prof. Knoll, 409 flexible URS) lag der Deckungsbeitrag je flexibler URS bei minus 14 Euro, bei der TUR-B dagegen bei plus 785 Euro.

Quellen: Fallpauschalenkatalog aG-DRG 2026, Hybrid-DRG-Umsetzungsvereinbarung 17.12.2025, Hybrid-DRG-Vergütungsvereinbarung 2026, UroForum 02.03.2026 (Eggersmann), DGU-Kongress 2026 (Knoll), GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz.